Bildungsgänge der Berufsschule -
Bürokauffrau /Bürokaufmann
AKTUELLES:
Die Trostfrauen als Thema im Politikunterricht
14.12.2011 – Angehende Bürokaufleute beschäftigen sich mit dem Schicksal der asiatischen Sex-Sklavinnen.
Die Schülerinnen und Schüler der Berufsschulklasse
10 BB 1 erfuhren jetzt im Politikunterricht mit den Lehrern Bernhard Fedler und Stephan Horn zum ersten Mal etwas über die so genannten Trostfrauen:Das japanische Militär hatte während des Zweiten Weltkrieges bis zu 200.000 Frauen und Mädchen aus dem Asien-Pazifik-Raum als Sex-Sklavinnen in die Frontbordelle verschleppt.
Hae Soon Kim (2. v. links) bei ihrem Besuch am Berufskolleg Elberfeld mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Politiklehrern Bernhard Fedler (1. v. links) und Stephan Horn (1. v. rechts) |
Zynischerweise wurden sie als „ianfu“, das heißt „Trostfrauen“, bezeichnet. Bis heute hat sich die japanische Regierung bei den Betroffenen dafür nicht ernsthaft entschuldigt.
Besonderer Politikunterricht als Zeichen der Solidarität
Gegen diese Missachtung ihres großen Leidens demonstrieren überlebende „Trostfrauen“ jeden Mittwoch vor der japanischen Botschaft in Seoul (Südkorea) – und dies seit 20 Jahren. Damit ist diese Demonstration die kontinuierlichste der Welt. Am 14. Dez. 2011 fand die 1000. dieser Mittwochsdemonstrationen statt. Aus diesem Anlass fanden zahlreiche Solidaritätsveranstaltungen in der ganzen Welt statt - in Deutschland in 14 Städten.
In Wuppertal gab es dazu am Berufskolleg Elberfeld einen besonderen Politikunterricht in einer Berufsschulklasse für angehende Bürokaufleute. Die Schüler/innen zeigten sich betroffen und entsetzt angesichts der Grausamkeiten und Demütigungen, die diese Frauen und Mädchen erleiden mussten.
Es wurde ein koreanisch-japanischer Film gezeigt und Hae Soon Kim, eine Koreanerin, die vor kurzem überlebende Betroffene in einer Wohngemeinschaft ehemaliger „Trostfrauen“ besucht hat, berichtete eindrucksvoll von ihren Gesprächen mit den jetzt über 80-jährigen Frauen.
Viele Schüler/innen äußerten Erstaunen darüber, dass die „Trostfrauen“ erst 1991 öffentlich über ihr Schicksal berichtet haben. Es wurde über die kulturellen Hintergründe dieses langen Schweigens gesprochen, aber auch darüber, dass die Erwähnung von „Frontbordellen“ in den heutigen Kriegseinsätzen bei uns in Europa ebenfalls ein Tabuthema ist.
Die Schüler/innen konnten die Forderungen der „Trostfrauen“ an die japanische Regierung gut nachvollziehen und nahmen sich vor, zur Unterstützung der „Trostfrauen“ Unterschriften zu sammeln.
Westdeutsche Zeitung, 23.12.2011
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