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Das Forumtheater Wien gastiert mit "Andorra" von Max Frisch

Schülerinnen der Höheren Handelsschule kommentieren die Inszenierung

Kommentar zur Aufführung des Schauspiels „Andorra“

Am 24.03. haben die Unterstufenklassen der HöHa in der Aula das Theaterstück „Andorra“ von Max Frisch gesehen. Es wurde vorgeführt von der Gruppe „Forumtheater Wien“. Es haben fünf Darsteller in dem Drama mitgewirkt. Diese fünf Akteure haben insgesamt zehn Rollen des Stücks verkörpert.

Das Stück wurde von einem der Darsteller mit einer Rede eröffnet. Diese behandelte Max Frischs Heimatland, die Schweiz, die Vorurteile und den Antisemitismus, der in Andorra eine zentrale Rolle spielt. Andorra ist Muster für andere Länder.

Zur Einleitung jeder Szene tritt ein Akteur vor das Publikum und erläutert auf anschauliche Weise das kommende Geschehen  in Andorra und weist sich eine Rolle zu. Dieser Part oblag immer demselben Darsteller.

Diese Art der Veranschaulichung tröstete über die geringe Zahl der Schauspieler, die mehrere Rollen übernahmen, hinweg. Die praktische Ausführung des Dramas ähnelte zumeist dem Buch und enthielt wortwörtliche Übernahme der Konversation des Stücks, was sich meiner Meinung nach positiv auf das Schauspiel auswirkte. Jedoch war deutlich zu merken, dass auch einige Bestandteile des Stücks, die in Max Frischs Buch enthalten waren, fehlten. Sehr enttäuscht war ich über das Ende des Schauspiels; es wurde erst mal nicht klar, dass die Vorführung nun zum Schluss gekommen war. Die „Judenschau“ kam überhaupt nicht vor, was meines Erachtens ein zentraler Faktor in „Andorra“ ist, der die Kaltblütigkeit und das eingeschränkte, abwertende Weltbild der Andorraner zur Geltung bringt. Auch das triste Bühnenbild ließ zu wünschen übrig.

Die schauspielerische Leistung der Akteure war im Großen und Ganzen gut, vor allem der Soldat hat seinen exzentrischen, aufbrausenden Charakter bewundernswert dargestellt. Das einzige Manko, das ich in Bezug auf die Schauspielerei anmerken möchte, ist, dass die Verkörperung Andris leicht übertrieben wirkte. Die außergewöhnliche Stimme, die Valentin Haiden zum Ausdruck brachte, schien mir etwas zu dramatisch und eher gewöhnungsbedürftig.

Die Interpretation des Dramas ist eher außergewöhnlich. Ich finde jedoch, dass die Verkörperung mehrerer Charaktere durch einen Darsteller und die regelmäßigen Unterbrechungen, die genutzt werden, um den Szenenwechsel einzuleiten, Max Frischs Wunsch, das Stück neutral zu betrachten und jegliche Identifizierung mit den Charakteren zu vermeiden, wahren.

Bei einem Preis von 2,50 € pro Person (der BKE Förderverein übernahm 50% der Kosten) kann man zufrieden sein mit dem dargebotenen Schauspiel und den Schauspielern. Sie haben das Stück verhältnismäßig gut umgesetzt und uns Spaß bereitet.
(Janine Ratzki, 09 HH 5)

Bericht über das Theaterstück „Andorra“

Das Stück „Andorra“ wurde am 24.03.2010 in der Aula vom Berufskolleg Elberfeld in der zeit von 11.35 bis 13.00 Uhr für die Unterstufenklassen der Höheren Handelsschule aufgeführt.
Die Schauspieler kamen von dem „forum theater“, die an verschiedenen Schulen Theaterstücke aufführen.

Der Hintergrund der Bühne wurde sehr schlicht gehalten, mit einem Plakat, auf dem in großer schrift „Andorra“ stand. Bevor das eigentliche Stück anfing, wurde uns von dem Regisseur Peter Arndt etwas über Andorra und seinen Bürgern erzählt und darüber, wie dieses Theaterstück ablaufen würde. Schnell wurde uns Zuschauern klar, dass ein Schauspieler mehrere Rollen spielt, z.B. den Doktor, den Lehrer, den Pater und den Wirt. In dem Schauspiel spielten insgesamt fünf Schauspieler mit, unter anderem eine junge Dame, die Barblin spielte und etwa in der Mitte des Stücks auch die Senora. Ein einziger Schauspieler namens Valentin Haiden musste nur eine Rolle spielen, und zwar die des Andri.

Nun begann das Theaterstück mit dem 1. Bild. Immer wieder musste der Schauspieler und Regisseur Peter Arndt sich umziehen, um die nächste Rolle zu spielen. So ging das Schauspiel weiter bis zum letzten Bild. Natürlich wurden die einzelnen Bilder nicht genau zu hundert Prozent nachgespielt., wie man es vielleicht im Buch nachlesen kann, doch die wichtigsten und interessantesten Szenen wurden natürlich gezeigt. Viele, die das Buch gelesen hatten, konnten sich vielleicht vorstellen, wie dieses Theaterstück und das spannendste Bild, nämlich das 12. Bild, nachgespielt wird. Doch dann die bittere Enttäuschung, denn das 12. und letzte Bild wurde nicht vorgeführt.

Der Grund könnte sein, dass es vielleicht zu wenige Schauspieler gegeben hat, um dieses letzte Bild zu präsentieren, denn das letzte Bild basierte ja darauf, dass sich alle Bürger auf dem „Platz von Andorra“ versammelten. Trotz allem merkte man aber direkt an den Haltungen und an Mimik und Gestik der Schauspieler, was passieren würde, vorausgesetzt man hatte das Buch gelesen. Und genau mit diesen Kritereien und Schauspielkünsten wurde uns Zuschauern klargemacht, dass man niemandem trauen sollte und keine Vorurteile gegenüber anderen Personen zu treffen hat, wenn man die Wahrheit nicht kennt.
(Svenja Prein, 09 HH 5)

„Max Frisch wollte nicht, dass wir ein Mitgefühl bekommen, und das haben die Schauspieler gut geleistet. Sie haben nämlich nach jedem Bild unterbrochen, z.B. sagte der Schauspieler: ‚Jetzt werde ich den Tischler spielen’ oder ‚Leider können wir keine Senora darstellen, doch ich bin bereit, die Senora zu spielen’.

Im Großen und Ganzen war es gut, doch da ich die ‚Judenschau’ erwartet habe, war ich ein wenig enttäuscht“
(Nilany Selvanayagam, 09 HH5)

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